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Milchpreise im Aufwind

Die Lage auf dem Milchmarkt zeigt sich derzeit sehr stabil bis positiv. Die Preise haben in den letzten Monaten durchwegs angezogen.
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Bei der Analyse der Märkte zeigen sich große Differenzen bei der Verwertung der Milch und an den verschiedenen Rohstoffbörsen. Alle Exportprodukte wie Milchpulver sind gesucht und teuer. Allerdings hat sich z.B. bei Global Dairy Trade nach mehreren Anstiegen auch bereits wieder ein Rückgang gezeigt. Von der guten Weltmarktnachfrage profitieren die Molkereien mit großem Exportanteil. Wegen unterschiedlicher Kontraktlaufzeiten bei den einzelnen "Eckprodukten“ wird es wiederum einige Zeit dauern, bis die besseren Preise sich auch in den Erzeugerpreisen niederschlagen. Aber die Signale sind positiv: Der "Kieler Rohstoffwert“ (theoretische Verwertung von Milch über Butter und Magermilchpulver) liegt bei 39 Cent und die Spotmarktpreise über 40 Cent je kg. Noch hinken die anderen Teilmärkte hinterher wie zum Beispiel Käse.
 
Selbst auf dem bisher schwierigen Markt für Trinkmilch gibt es Verbesserungen und andere Teilmärkte werden nachziehen. Hierzu muss aber v.a. durch den Handel die Marktsituation in den Preisen umgesetzt und entsprechend den heimischen Verhältnissen (Struktur und Qualität) Rechnung getragen werden. Ursache des jetzigen Preisanstieges liegt im knappen Angebot aus den wichtigsten Exportländern außerhalb der EU (z.B. Dürre in Neuseeland) bei gleichzeitig anhaltend starker Nachfrage am internationalen Markt. Der Weltmarkt ist Motor für die Preisentwicklung auch am europäischen Binnenmarkt. Inzwischen werden 12% der gesamten Weltmilchproduktion gehandelt - mit den bekannten starken Preisschwankungen. Aber es drücken weltweit die hohen Futterkosten. Auch wenn sich hier bei den Preisen eine Entspannung abzeichnet bleibt die Milchanlieferung noch etwas zurück.

Wenn Kraftfutter wieder billiger werden sollte steigert das die Milchanlieferung. Auch die im Frühjahr saisonal üblichen Steigerungen bei der Milchanlieferung sind spürbar. Gerade in Österreich zeigte sich im März eine im Vergleich zum Vorjahr deutliche geringere Anlieferung. Die Gründe liege eventuell in der drohenden hohen Überschussabgabe, den Witterungsverhältnissen, hohen Kosten etc. Die neue Grundfuttersaison hat bereits begonnen. Manche Molkereien haben oder werden die Preise erhöhen, was sich steigernd auf die Anlieferung auswirken kann. In vielen Betrieben gibt es noch Kapazitäten und Potenziale.
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Bäume wachsen nicht in den Himmel

Auch wenn die Situation derzeit sehr stabil und freundlich aussieht, darf man nicht davon ausgehen, dass die Preise jetzt sofort sprunghaft ansteigen. Es wird noch dauern, bis die gute Weltmarktlage beim Milchpreis ankommt. In Österreich kommt noch dazu, dass die Verarbeiter zwar weltweit exportieren, allerdings nicht die Produkte der Endverwertung Butter und Pulver. Daher profitieren momentan eher die hoch spezialisierten Molkereien z.B. in Norddeutschland unmittelbar von der Weltmarktlage und damit auch deren Erzeugerpreise. Breiter aufgestellte Molkereien mit verschiedenen Verwertungs- bzw. Veredelungsmöglichkeiten, wie z.B. in Österreich, können die Preisentwicklung noch nicht direkt umsetzen. Der Vorteil bei der Bedienung verschiedener Teilmärkte besteht darin, dass die starken Ausschläge sowohl nach oben aber vor allem auch nach unten "abgefedert“ werden können.
Es zeigt sich sehr deutlich, dass die prognostizierten Preisschwankungen bereits Realität sind. Nach einem Tief kommt ein Hoch und umgekehrt. Steigende Preise bei eventuell sinkenden Kosten steigern die Anlieferung. Diese Milch muss aber von den Märkten aufgenommen werden können. Wozu eine starke und rasche Steigerung der Milchmengen bei nicht entsprechenden Marktverhältnissen führen kann, hat das Jahr 2012 mit stark sinkenden Preisen im Herbst gezeigt. Marktpreise ergeben sich nach wie vor aus dem Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage.
10.05.2013
Autor:DI Michael Wöckinger
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