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Zukunft der Berglandwirtschaft steht am Spiel

Konkrete Tiroler Forderungen an Mariann Fischer-Boel gerichtet.
Einmal mehr wird gegenüber Brüssel Überzeugungsarbeit für die Berg-Landwirtschaft notwendig. Die landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Berggebieten werden enger. Kleine Strukturen, sowie räumliche und klimatische Nachteile erschweren es den wirtschaftenden Familienbetrieben zunehmend, ein überlebensfähiges Einkommen aus der Landwirtschaft zu erwirtschaften. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für die Europäische Agrarpolitik nach 2013, wobei es zu einer neuen Ausrichtung und Gewichtung der Förderinstrumente kommt. Verhandlungsgeschick und Interessenpolitik sind gefordert, um den speziellen Wirtschaftsbedingungen sowie der gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktion der Berggebiete Rechnung zu tragen. Ein Ansatz, der in Brüssel einiges an Nachdruck unserer Interessenvertreter braucht.

Anknüpfung an die Resolution von Krün

Bereits im Sommer dieses Jahres trafen sich Vertreter der Berggebiete zu Vorgesprächen in Tirol, um sich über konkrete Maßnahmen und Forderungen gegenüber der Europäischen Kommission abzustimmen. Im Juli wurde in Krün (Bayern) eine Resolution der Länder bzw. Regionen Tirol, Vorarlberg, Südtirol, Bayern, Aostatal, Trentino und Friaul-Julisch-Venetien an Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel übergeben. Ein breites Spektrum von Handlungsansätzen für die zukünftige Entwicklung der Berglandwirtschaft wurden in der Resolution von Krün vorgeschlagen, darunter eine Prämie für Milchkühe, die Möglichkeit von Transportkostenzuschüssen oder dem Zuschlag zur Flächenprämie unter Berücksichtigung des Arbeitskräftebedarfs. Die noch amtierenden Agrarkommissarin Fischer-Boel signalisierte Bereitschaft, ein eigenes Sonderpaket zur Förderung der Berggebiete zu schnüren. Ein erster Erfolg für die grenzüberschreitenden Vorbereitungsarbeiten der bäuerlichen Interessenvertreter.

Konkrete Regelungen für Ausgleichszulage

"Nun geht es aber darum, wichtige Vorschläge zu konkretisieren", erklärt LK-Präsident Josef Hechenberger die Zielsetzung der internationalen Tagung in Alpbach. "Beispielsweise ist die Ausgleichszulage für unsere Bauern im Berggebiet ein verdienter Teil ihres Einkommens und muss weiter ausgebaut werden. Neben der flächendeckenden Bewirtschaftung zum Erhalt unseres Landschaftsbildes, muss der Schutz des Siedlungsgebietes vor Naturgefahren gewährleistet bleiben. Wir können nicht oft genug auf diese komplexen Zusammenhänge hinweisen. Die Ausgleichszulage als Abgeltung natürlicher Benachteiligungen muss getrennt von ökologischen Auflagen erfolgen", stellt Hechenberger seinen Standpunkt klar.

Faire Wettbewerbsbedingungen für Bergregionen

Es braucht immer und immer wieder intensive Überzeugungsarbeit für die landwirtschaftliche Situation der Berggebiete. Produktionsnachteile müssen ausgeglichen werden. Es geht hier nicht zum Wettbewerbsverzerrung, sondern um Leistungsabgeltung. Vergleicht man Betriebe in Gunstlagen, so ist das Einkommen Im Berggebiet um über 40 % niedriger, bei ungleich höheren Produktionskosten. Ein fairer Wettbewerb ist hier nicht möglich, also müssen existentielle Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Investitionsförderung verbessern

Neben dem Ausbau von Ausgleichszulage und Agrarumweltmaßnahmen für das Berggebiet, ist eine verbesserte Investitionsförderung notwendig. Der Kauf von notwendigen Spezialmaschinen für unsere Steilhänge ist sehr oft mit höheren Kosten verbunden. Aber auch Baumaßnahmen sind aufgrund der Lage und des Klimas teurer als in Gunstlagen. Und das bei oft mangelhafter Infrastruktur. Die Bewirtschaftung der Bergbetriebe muss auch für Nachfolgegenerationen zumutbar sein.
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Foto: LH-Stv. ÖR Anton Steixner, BM Niki Berlakovich, Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel, LK-Präsident Josef Hechenberger; Bildautor: Lebensministerium

Kontakte

Für Öffentlichkeitsarbeit: Mag. Anita Scheibmayr, Kommunikation, Brixner Straße 1, 6020 Innsbruck
Tel. (+43) 05 92 92-1050
anita.scheibmayr@lk-tirol.at
09.12.2009
Autor:Anita Scheibmayr
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